Hermann
Marsian:
Ein Wochenende in Kreuth
Die ISG, die Internationale Shagya-Araber Gesellschaft, feierte am Wochenende 9./10. August 2008 in Kreuth im Zusammenhang mit der 11. Bundesleistungsschau für arabische Pferde des ZSAA ihr 25-jähriges Bestehen. Auch der VZAP war gebeten worden, dort Shagya-Araber aus seiner Zucht zu präsentieren und so machten wir uns in der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag mit unserem Sharan L und mit dessen Vater Suheil von der Ludwigsburg aus der Zucht und dem Besitz der Familie Carl in Waabs auf den langen Weg nach Bayern. Als wir am Montagmittag wieder heimkehrten, hatten wir 1.800 km zurückgelegt. Suheil wurde von der talentierten Nicky Ahrens und Sharan von seiner Besitzerin, Franziska Marsian, und von deren Schwester Johanna geritten.

Anlage in Kreuth,
Foto Julius Marsian
In der Jubiläumsschau am Sonntagnachmittag wurde eine feine Kollektion von Shagya-Arabern aus verschiedenen Zuchten meist unter dem Sattel präsentiert. Leider war die Beteiligung der Züchter aus den Reihen des VZAP gering. Neben uns Nordlichtern trat noch das Arabergestüt Rhön der Familie Wehner mit zahlreichen Pferden auf und beeindruckte unter anderem mit einer Stutenherde mit Fohlen und mit einer Nachkommen-Quadrille ihres bekannten und bewährten Hengstes Puschkin.

Johanna Marsian
mit SHARAN und Nicky Ahrens mit SUHEIL, Foto
Julius Marsian
Sharan und Suheil wurden unter der Überschrift "Sulayman - Nachkommen sportlich erfolgreich!" präsentiert. Die ursprüngliche Idee war, dass Suheils Vater Sulayman ebenfalls nach Kreuth kommen sollte. Leider war das nicht möglich. Wie dem auch sei, Suheil und Sharan lieferten unter ihren Reiterinnen eine kultivierte Paarvorstellung ab.
Natürlich waren wir nicht nur nach Kreuth gefahren, um eine kurze Schauvorstellung abzuliefern, sondern wir wollten selbstverständlich auch an dem viel gelobten und als Beleg für die sportliche Orientierung des ZSAA gepriesenen Turnier teilnehmen. Es ist in der Tat ein sehr schönes Araberturnier - mit all den Ecken und Kanten, die Araberturniere nun einmal so an sich haben.

Johanna Marsian
und SHARAN, Foto
Julius Marsian

NickyAhrens und
SUHEIL, Foto
Julius Marsian
Das Turnier profitiert
sehr von der phantastischen Kreuther Anlage, die eigentlich nur einen
Fehler hat: Sie liegt dort, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen.
Vom Niveau und von den Starterfeldern her ist das Turnier nicht besser
und nicht schlechter als unsere Turniere in Aachen oder jetzt in Ströhen.
Das war beruhigend festzustellen; wir brauchen uns fürwahr mit
unseren sportlichen Veranstaltungen nicht zu verstecken.
Franziska Marsian
und SHARAN, Foto
Julius Marsian

SUHEIL und NIcky
Ahrens, Foto
Julius Marsian

Im Vordergrund Johanna
Marsian und SHARAN bei der Siegerrunde, Foto Julius Marsian
Suheil und Sharan heimsten zahlreiche Schleifen ein. Dabei freuten wir uns besonders über den Sieg von Sharan in der Eignungsprüfung Kl A für Reitpferde in Konkurrenz auch zu Arabisch Partbred-Pferden im Warmbluttyp, denen man das Arabische nun wirklich nicht mehr ansah.
Bedauerlich ist,
dass das Turnier anscheinend von Reitern aus den Reihen unseres Verbandes
kaum angenommen wird. Jedenfalls haben wir nur wenige vertraute Gesichter
gesehen, auch nicht von Vertretern der regionalen Gliederung unseres
Verbandes. Das ist unverständlich. Letztendlich geht es doch um
das gleiche, sportlich eingesetzte Arabische Pferd, unabhängig
davon, bei welchem Verband es registriert ist. Gerade Reiter aus Süddeutschland,
für die die Veranstaltung in Ströhen vielleicht zu weit entfernt
liegt, sollten dieses etablierte und bewährte Turnier mit ihren
Pferden beschicken. Es macht offensichtlich keinen Sinn, in zeitlicher
und örtlicher Nähe Konkurrenzveranstaltung etablieren zu wollen.
Und letztlich werden wir die dumme Spaltung unserer Zuchten in zwei
Verbände nur überwinden, wenn wir alle an einem Strang ziehen
und uns gegenseitig unterstützen. "Wandel durch Annäherung"
nennt man das wohl in der Politik.
Hermann Marsian