Barbara Julius:
Rückblick
auf die Musterungsreisen 2007
Die Vorbereitungen für die Musterungsreisen des bevorstehenden Zuchtjahres beginnen jeweils früh im Jahr mit der Planung der Termine. Die Züchter müssen angerufen und nach den voraussichtlich zu erwartenden Fohlen und den neu einzutragenden Stuten befragt werden. Das ist meist sehr zeitaufwändig, denn nicht alle Züchter sind immer gleich am Telefon erreichbar. Diese Aufgabe hatte meine Kollegin Corinna Knaack-Lindemann übernommen. Die von ihr zusammengestellten Touren waren optimal geplant. Neben einigen Einzelstationen hatte sie zwei große Musterungstouren zusammengestellt. Wir hatten immer genug Zeit zum Mustern, Brennen und Stuten eintragen. Auch für das anschließende Reden, Fachsimpeln, Fragen beantworten und ein Tässchen Kaffee blieb Zeit genug. Dieser persönliche Kontakt mit den Züchtern ist uns sehr wichtig.
Nur bei Familie Schneider war der Zeitrahmen von unserer Seite leider etwas zu knapp bemessen worden. Das war schade, denn Herr und Frau Schneider geben sich mit der Gestaltung ihres Termins immer sehr viel Mühe. Dorthin führte uns jedenfalls die erste Station der Musterungsreise entlang der A 7. Hier ist mir besonders ein Fohlen in Erinnerung geblieben, das von seiner Mutter nicht angenommen worden war und daher mit seiner Pflegmutter, einer Eselstute, vorgestellt wurde. Das Eselchen wollten wir eigentlich zum Araber ehrenhalber ernennen, denn sie hatte fast so schöne Augen wie ein Arabisches Pferd. Leider passierte dort auch ein kleines Malheur. Beim Vorführen wurde einer Vorführerin mehrfach der Daumen gebrochen. Ich hoffe sehr, dass es der jungen Dame inzwischen wieder besser geht.
Dann ging es zu Bettina von Kameke in Friedenthal, die uns das neue Zuhause für ihre Pferde zeigte. Anschließend fuhren wir weiter zu Iris Petrikat, die mit ihrem Mann insbesondere und sehr erfolgreich Isländer züchtet, daneben aber und in steigender Zahl eben auch Vollblutaraber. Den Abschluss dieser Reise bildete Gut Ludwigsburg bei Familie Carl, wo viele interessierte Feriengäste das Geschehen beobachteten. Herr von Kleist, der uns auf dieser Reise begleitete, kommentierte die Pferde und erläuterte für die Zuschauer unser Tun.
Die zweite Musterungsreise führte uns, ebenfalls bei schönstem Wetter, entlang der A 23. Hier besuchten wir Frau Früchtenicht, Frau Kraus, sowie Familie Claußen mit den bei weitem meisten Fohlen. Zu guter letzt steuerten wir Familie Heiß an. Dort endete unsere Tour bei einem guten Gespräch und leckeren Häppchen.
Ich habe dieses Jahr über die gemusterten Fohlen eine Statistik geführt. Erst sah es so aus, als ob dieses Jahr überwiegend Hengstfohlen geboren worden wären, aber am Ende stellte sich dann doch ein Verhältnis von 50:50 ein.
Vollblutaraber
Arabisches Halbblut Angloaraber
Shagya Araber
St H St
H St
H St
H
15 19 8
3
2
5 2
1
Inklusive eines erstmals gemusterten Quarteraraber-Stutfohlens ergibt das jeweils 28 Stut- und Hengstfohlen. Daneben haben wir 11 Zuchtstuten eingetragen.
Wir haben auf unserer Musterungsreise 2007 zum Teil hervorragende Fohlen aller arabischen Rassen und gute bis sehr gute Stuten gesehen. Wenn der eine oder andere vielleicht mit dem Ergebnis der Bewertung seiner Stute nicht zufrieden sein sollte, dann sollte er bitte nicht vergessen, dass wir nur das beurteilen können, was uns die Pferde an diesem Tag zeigten. Allerdings waren einige Exterieurmängel unübersehbar und nicht tagesabhängig.
Noch eine Anmerkung zum Schluss: Es wäre schön, wenn die Fohlen bei der Musterung an das Halfter und an fremde Menschen gewöhnt wären und sich vertrauensvoll und ohne Scheu zeigten. Es ist zum Teil sehr schwierig, die Farben und Abzeichen korrekt aufzunehmen, wenn die Fohlen mit uns "Fang mich doch" spielen. Auch ein zukünftiger Besitzer würde sich mit Sicherheit über ein gut erzogenes Fohlen freuen. Dass eine gute Erziehung möglich ist, haben wir auch erlebt. Da wurden uns entspannte Fohlen am Halfter vorgeführt, die auch genaueres Hinschauen und Anfassen von uns Fremden gelassen über sich ergehen ließen.
Mit Corinna Knaack-Lindemann
und mir waren teilweise unser Zuchtleiter, Diether von Kleist, sowie
Armin Gantzkow und Klaus Denart unterwegs. Die Aufgabe hat uns allen
wieder sehr viel Freude bereitet.
Barbara Julius