Hermann
Marsian:
Das
Bundes Pferdefestival in Bad Segeberg - Multiplikator für das Arabische
Pferd
Kennen Sie das Gefühl? Sie sitzen völlig geschafft aber zufrieden auf dem heimischen Sofa, weil Sie gegen Widerstände und mit sehr viel Arbeit eine Vision in die Wirklichkeit umgesetzt haben? Und alle sind hinterher glücklich?
So geht es mir und meiner Frau im Augenblick. Das Wochenende mit dem Bundes Pferdefestival in Bad Segeberg liegt hinter uns und es war für das Arabische Pferd und unseren Zuchtbezirk ein großer Erfolg. So viele pferdebegeisterte, aber dem Arabischen Pferd fernstehende Zuschauer kann man nur über solche Veranstaltungen erreichen. Selbst auf den allenthalben aus dem Boden sprießenden Pferdemessen können wir nicht derart zielgerichtet das Publikum für das Arabische Pferde begeistern. Und begeistert haben wir sie. Das Bundes Pferdefestival ist wie geplant Multiplikator für das Arabische Pferde geworden.
Wir haben am Samstagmorgen
bei herrlichem Wetter einen perfekt organisierten Distanzritt über
die Bühne gebracht, haben danach auf dem Landesturnierplatz, der
sogenannten Rennkoppel, vor großem Publikum die Siegerehrung zelebrieren
können und abends war der Auftritt der Ismer'schen Hengste der
absolute und unangefochtene Höhepunkt eines eher mäßigen
Schauabends. Mussten bei den vorangegangenen Schaunummern die Zuschauer
von den Moderatoren mühsam zum Beifall überredet werden, jubelte
und klatschte die Menge bei dem großartigen Auftritt der Arabischen
Hengste aus Ströhen aus eigenem Antrieb.
Auch das Fohlenchampionat am Sonntagnachmittag hat seine Aufgabe großartig
erfüllt. Wieder konnten wir vielen interessierten Zuschauern, die
wir sonst nicht erreichen, Fohlen und ihre Mütter aus allen vier
von unserem Verband gezüchteten Rassegruppen vorstellen. Auch wenn
das Nennungsergebnis mit letztlich nur 16 gestarteten Fohlen eher enttäuschend
war, so hat sich das im Nachhinein gerade als Vorteil erwiesen. Denn
ein Mehr an Fohlen hätte die Vorstellung in die Länge gezogen
und damit letztlich für den Laien langweilig gemacht. So konnten
wir dem Publikum in einer kompakten Fohlenschau drei Abteilungen mit
durchweg sehr guten Fohlen aus prächtigen Müttern und interessanten,
teilweise international renommierten Vererbern präsentieren. Erfreulich
waren die Qualität und die Sportlichkeit der gezeigten Fohlen,
die jeden fachkundigen Pferdemann und jede fachkundige Pferdefrau nur
begeistern konnte. Während die halbblütigen und angloarabischen
Fohlen sich als zukünftige Vielseitigkeitspferde quasi aufdrängten,
überzeugten die fast durchweg hochbeinigen und drahtigen Arabischen
Vollblüter als potentielle Distanzpferde. Etwas schade war, dass
die Fohlen kaum ihre teilweise spektakulären Bewegungen zeigten,
die wir bei den Musterungsterminen auf den heimatlichen Gestüten
bewundert hatten.
Die zeitaufwendige
Vorbereitung und Durchführung dieser großen Veranstaltung
wäre ohne die zahlreichen Helfer aus dem Kreis unserer Mitglieder
und darüber hinaus unmöglich gewesen. Es müssen so um
die 30 Personen gewesen sein, die auf vielfältige Weise mit angepackt
und/oder finanziell geholfen haben. Stellvertretend für alle möchte
ich das Ehepaar Franke erwähnen, die u. a. einen ganzen Tag mit
meiner Frau und mir durch den Segeberger Forst marschiert sind, hinter
sich einen Bollerwagen mit einem schweren Ballen Sägespäne
ziehend, um die Distanzstrecke zu markieren. Auch die Zusammenarbeit
mit dem VDD in Person von Corinna Bibow und ihrer netten Tochter Caroline
klappte wunderbar. Ohne ihre fachliche Hilfe hätten wir den Distanzritt
nicht so gut über die Bühne gebracht. Es war eine wunderbar
harmonische Atmosphäre im ganzen Team, alle haben begeistert mitgemacht
und angekündigt, dass sie auch beim nächsten Mal wieder dabei
sein wollen. Allen Helfern sage ich auch auf diesem Wege ein herzliches
Dankeschön.
Und hier schon einmal
die Ankündigung, die auch noch auf direktem Wege erfolgen wird:
Am Samstag, den 22. September gibt's bei uns auf dem Stubben für
alle Helfer und Sponsoren als kleines Dankeschön ein Helferessen!
Hier nun einige Ergebnisse und danach eine Bildgalerie mit Schnappschüssen vom Wochenende:
Ergebnis Distanzritt
40 km
Ergebnisse Fohlenchampionat

Die Meldestelle
für den Distanzritt, ausgelegt mit dem roten Teppich für unsere
Teilnehmer, mit Simone Wiggers und Barbara Julius.

Das Verpflegungszelt
für Teilnehmer und Helfer.

Die um 4:30 Uhr
vom Bäcker geholten Brötchen, fertig geschmiert im Verpflegungszelt
am Ihlwald in Bad Segeberg.

Die jüngste
und drittplazierte Teilnehmerin des Distanzrittes, Sarah Meins, mit
ihrer Vollblutaraberstute bei der morgendlichen Veterinärkontrolle.

Unser Distanztierarzt,
Dr. Blankenburg, 82 Jahre jung und eine Institution und feste Größe
im Distanzsport im Norden, im Kreis seiner Pulsmesser und Schreiber,
mit der wohltuenden Gelassenheit und Ruhe, die geboren ist aus jahrzehntelanger
Erfahrung.

Pulskontrolle am
Ziel.

Eine glückliche
Anja Degel mit ihrem Araberwallach Farim am Ziel. Für
Farim war es der erste Distanzritt. Farims Pulswerte waren trotzdem
hervorragend. Kein Wunder, ist Anja Degel doch Marathonläuferin.
Sie lief
einen großen Teil der Strecke zu Fuß neben ihrem Pferd her.
Das nennt man Horse(wo)manship.

Die für den
gleichen Besitzer startenden, gemeinsam auf den 1. Platz gerittenen
Siegerinnen, Roswitha Adjei und Rebecca Kleindienst, auf ihren beiden
ägyptischen Vollblutaraberstuten, Serinity Bint Aristu und BA Saniba.
In der Mitte das stolze Besitzerehepaar Denart mit den von unserem Zuchtbezirk
vergebenen Siegerpokalen.

Unser Informationsstand
auf dem Landesturnierplatz in Bad Segeberg v.l.n.r. Barbara Julius,
Hermann Marsian, Ursula Lixfeld mit Schoßhund, Herr und Frau Ashrafian
und Simone Wiggers.

Ein Blick auf die
wunderbare Holztribühne auf der Rennkoppel, dem Landesturnierplatz
in
Bad Segeberg.

Auf dem Vorbereitungsring für unser Fohlenchampionat. Im Vordergrund
Ingo Dietrich mit seinem Arabischen Halbblutfohlen Desert Rose of Sahara
an der Führleine.

Helidoro Ramos-Arzate,
ausgestattet mit seiner von Araber Weltweit gesponserten Rückennummer,
führt sein großartiges angloarabisches Hengstfohlen Jumeaux
RH von dem Angloaraber Don Caster den Richtern vor. Don Caster ging
unter Dirk Schröder in schweren Springen, war in Holstein gekört
und verstarb unerwartet in diesem Frühjahr. Er wurde leider viel
zu spät von unseren Züchtern entdeckt, hat aber mit Jumeaux
RH und dem Drittplazierten, Don Sequester, gezogen und im Besitz von
Caroline Kließ, zwei sehr gute Hengstfohlen für unsere Zucht
hinterlassen.

Armin Gantzckow
mit seinem gemeinsam mit Jemeaux RH auf dem 1. Platz gesetzten angloarabischen
Hengstfohlen Diaz von seinem vielfach als Vererber hochklassiger Zucht-
und Sportpferden bewährten Decoration AA.

Frau Barbara Schwarz
mit ihrem Stutfohlen Maharani CF v. Psytadel. Maharani CF rangierte
bei den Vollblutaraberfohlen an der Spitze.

Unsere beiden Zuchtrichter,
Manfred Hain und Diether v. Kleist, machten es sich nicht leicht, die
durchgehend guten Fohlen gerecht zu rangieren. Umso wichtiger war es
festzuhalten, dass die Beurteilung von Fohlen, die in ihrem Alter bis
zu vier Monate differierten, immer nur eine Momentaufnahme ist und nicht
notwendiger Weise etwas über die endgültige Qualität
der Fohlen
aussagen kann. Hauptzweck dieser Präsentation unserer Fohlen war
es daher auch, einem interessierten und weitgehend pferdekundigen Publikum,
das wir sonst kaum erreichen können, unsere Fohlen zu zeigen. Die
Züchterjedenfalls haben für sich und ihre Fohlen kräftig
die Werbetrommel rühren können.Im Hintergrund, wie immer strahlend,
Frau Heike Hain.

Unser Zuchtleiter,
Diether v. Kleist, predigt seit langem, die Jugendförderung in
unserem Zuchtverband zu intensivieren. Herr Ramos-Arzate ging mit gutem
Beispiel voran und brachte als stolzer Opa sein erstes Enkelkind mit
nach Bad Segeberg.
P. S. Leider haben wir noch keine Aufnahmen vom Schauabend vorliegen. Vielleicht kann mir der eine oder andere Leser damit aushelfen und mir derartige Fotos per Email zuschicken.
Hermann Marsian