Barbara
Julius:
Erinnerungen an das Gestüt El Shams
Meine persönliche Erinnerung an das Gestüt El Shams beginnt mit dem Buch "Araber in Europa" von Erika Schiele und dem Ausruf meines Mannes, nachdem er die Landkarte am Anfang des Buches gesehen hatte: "Ach, das ist ja ganz in unserer Nähe. Lass uns da mal hinfahren." Gesagt getan. Wir fuhren also zum Gestüt El Shams und wurden dort von Herrn von Niebelschütz freundlich aufgenommen.
Er zeigte uns alle Pferde, den TUHOTMOS-Sohn FAROUK, MAKENCAR genannt "das Mäxchen", SHAHAL, IBRAHIM (der später nach Kuwait verkauft wurde und im 1.Golfkrieg überlebte, weil sein Pfleger ihn versteckt hatte), KENYA, MAKENA, GAZELLA und andere.

FAROUK Foto: Betty Finke
IBRAHIM
Wir waren beeindruckt von den endlosen Weiden, dem Storchennest auf dem Dach und den Pferdeköpfen an dem Giebel, die sehr arabisch aussahen.

Als dann einige
Jahre später, das erste eigene Pferd angeschafft werden sollte,
fuhr ich natürlich zu El Shams. Als ich dort ankam, wurde
ich als erstes gefragt, ob ich einen Vollblutaraber oder einen asilen
Vollblutaraber haben möchte. Damit wusste ich damals nichts anzufangen,
ich hatte schlicht keine Ahnung. Ich kaufte dann den 2 1/2jährigen
Vollblutaraber-Hengst SHAMS EL FAKHER von FAROUK aus der KENYA.
KENYA
Später
kam ich immer mal wieder in das Gestüt, besonders die Musterungstermine
sind legendär. Ich denke nur an die Kaffeetafel im Obstgarten,
den alten Herrn Hansen unter dem großen Baum, wie er alles aufmerksam
verfolgte, oder an den riesigen Kamin im Haus.
Musterung auf El Shams
Unter der
unvergeßlichen Linde auf der Hauskoppel in Delingsdorf bei der
Fohlenmusterung im August 1983.
Im Vordergrund das Stutfohlen SHAMS EL ISHTAR v. IBRAHIM u.d. SHAMS
EL INRIAH.
Im Hintergrund Frau Doris Saenger, geb. Hansen und Herr Dr. Gramatzki.
Als ich dann beim Araberverband beschäftigt war, habe ich in El
Shams anlässlich der Musterungsreisen viele schöne und
beeindruckende Pferde gesehen. Besonders hat mich die Stute SHAMS MALOUKA
(eine Vollschwester von meiner AMAL) beeindruckt. Sie wurde später
nach Italien verkauft und war dann unter anderem Championesse von Italien.
MAKENA mit Fohlen
Als SHAMS El FAKHER mit 15 Jahren aufgrund einer Herzerkrankung nicht mehr reitbar war, rief ich beim Gestüt an, um mich nach einem Absetzer zu erkundigen. Möglichst aus der Kenya-Linie sollte es sein. Frau Sänger fragte mich, ob ich nicht die alte MAKENA kaufen wolle, mit Fohlen von FAROUK im Bauch. So kam es, dass MAKENA mit 22 Jahren zu mir wechselte und mir dann ein Jahr später das Stutfohlen SHAMS FAKAMA AMAL brachte.
Leider existiert das Gestüt El Shams heute nicht mehr und jedes Mal, wenn ich in Delingsdorf an den immer noch existierenden Weiden vorbeifahre, denke ich voller Wehmut an dieses besondere Gestüt.
Als Erinnerung sind mir die Stuten SHAMS FAKAMA AMAL und ihre Tochter FAKAMA ARUSHA AL MAKENA von NIMROZ geblieben.
Barbara Julius