Barbara Julius:
Pferdehaltung auf Schafweiden
Liebe Mitglieder,
unser Mitglied, Frau Tappendorf, hatte sich an uns gewandt mit der Frage: Pferde auf Schafweiden, geht das? Ich habe dazu meinem TA Lars Schulte gefragt. Beiliegend nun seine Antwort.
Mit freundlichen Grüssen
Barbara Julius
Pferdehaltung auf Schafweiden
Gegen die Haltung von Pferden auf Weiden, die im Wechsel mit Schafen genutzt werden ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Es gibt bezüglich der Endoparasiten folgendes zu beachten:
Übertragbar von Schafen auf Pferde oder umgekehrt ist der sogenannte Leberegel. Dieser vermehrt sich, indem er in den Gallengängen seines Wirtes Eier ablegt, die dann über den Darm mit dem Kot ausgeschieden werden. In der Außenwelt entwickeln sich aus den Eiern Larven, die dann als Zwischenwirt die sog. Zwergschlammschnecke (Lymnea truncatula) benutzen. Hier machen sie eine Entwicklung bis hin zur sogenannten „Zerkarie“ (Schwanzlarve) durch und verlassen den Zwischenwirt Zwergschlammschnecke aktiv.
Die sich dann in der Außenwelt weiterentwickelten Schwanzlarven zu sog. „Metazerkarien“ haften an den Pflanzen und werden dann vom Pferd/Schaf wieder aufgenommen und entwickeln sich im Verdauungstrakt des Endwirtes zum adulten Leberegel.
Das Problem tritt am häufigsten in Gegenden auf, wo viel Gewässer vorhanden ist oder mehrere große Pfützen tagelang auf den Weiden stehen, da sich dort dann die Schnecke aufhält, ohne die der Leberegel sich nicht vermehren kann.
Ein weiterer Parasit ist ein Rundwurm Namens „Trichostrongylus axei“. Der auch als Magenwurm bezeichnete Parasit kann von Schaf auf Pferd oder umgekehrt übertragen werden.
Dieser Parasit ist als ein eher harmloser Vertreter seiner Spezies anzusehen, er macht in schlimmen Fällen Magenschleimhautentzündungen und Koliksymptome.
Dies ist natürlich nur dann eher weniger wichtig, wenn regelmäßig alle Tiere (Schaf und Pferd) entwurmt werden.
Grundsätzlich ist gegen die Haltung von Schafen auf Pferdeweiden nichts einzuwenden, da die Schafe als „Rasenmäher“ alle Stellen fressen, wo Pferde eher mal was stehen lassen – hierdurch betreibt man auch noch aktive Weidepflege.
Es gilt allgemein folgendes:
- Feuchte Weiden/Feuchtgebiete sind ein erhöhtes Risiko für den Befall mit Leberegeln
- Regelmäßige Entwurmung sollte obligatorisch sein
- Weidepflege muß eingehalten werden
© TA Lars Schulte 2009