Silke
Muyschel-Engel:
Who ist Who beim Distanz Nordcup des VZAP
Als erstes und wichtigstes möchte ich mich ganz herzlich bei den
Initiatoren und den Sponsoren des Nordcups bedanken.
Ich habe mich riesig über Fassettas Erfolg gefreut - und natürlich erst Recht über den großzügigen Preis. (Fassetta wird sicher die "Geldanlage" in Futtersäcken mehr schätzen, als die Nierendecke, die ich ihr als zweites vom Preisgeld gekauft habe.)
Da ich leider zur Ehrung bei der Mitgliederversammlung nicht dabei sein konnte, um mich zu bedanken und bei denen, die weder Fassetta noch mich kennen vorzustellen, möchte ich das hiermit nachholen.
Geboren (Jahrgang 1969) und aufgewachsen in Hamburg, lebe ich nun seit 2001 in Schleswig-Holstein (Reinbek). 1987 packte mich der "Distanzvirus" und mit meinen beiden ersten Ponys war ich bis 1995 auf Ritten in der näheren Umgebung unterwegs. Das waren nicht sehr viele, denn in und um Hamburg gibt es kaum Langstreckenritte - und Distanzreiten fängt für mich so richtig erst bei der Langstrecke (ab 80 km ) an.
Im Januar 1998 kam Fassetta (geb. 06/1992, v. Napoli a.d. Faseta) zu mir - ich wollte wieder ein Pony und habe sie vorrangig deshalb gekauft, weil sie nur 142 cm Stockmaß aufweist. Sie war damals 5 ½ Jahr alt und hatte außer einer dreimonatigen Grundausbildung noch nichts erlebt. Mit viel Geduld und Training starteten wir 1999 auf den ersten Distanzritten.
Im Jahr 1999 lief sie 6 Ritte über insgesamt 480 km, wobei der letzte Ritt der Saison mit 74 km der längste war - absolut ausreichend für ein junges Pferd! Nach dieser Saison hatten wir auch die anfänglichen Probleme beim Verladen überwunden, denn Fassetta hatte begriffen, dass wegfahren druchaus Vorteile hat: Neues Reitgelände, neue Pferdefreunde und viel mehr Aufmerksamkeit und Futter, als zu Hause!
Seit 2000 läuft Fassetta größtenteils auf Langstrecken- und Mehrtagesritten. Diese zeichnen sich meist durch eine ganz besondere Atmosphäre aus - das, was ich beim Distanzreiten auch so besonders schätze.
Um 1. Plätze zu gewinnen fehlt sowohl Fassetta, als auch mir der Ehrgeiz. Fassetta lässt sich problemlos überholen und wenn ihr andere Pferde zu schnell sind, zeigt sie selten Ambitionen mitzuhalten. Sie ist keineswegs faul oder langsam, lässt sich aber kaum aus der Ruhe bringen und bestimmt ihr Tempo am liebsten selbst. Da mein größter Anreitz beim Distanzreiten ein gesundes Pferd ins Ziel zu bringen ist, lasse ich ihr diese "Marotte" gern. In etwas langsamerem Tempo läuft sie ALLES - 100 Meilen (160 km) in der Lüneburger Heide oder 5 Tage mit jeweils 60-70 km Tagesetappe auf der Schwäbischen Alb - Fassetta hat schon viele Gegenden Deutschlands "ertrabt".
Trotzdem kann Fassetta im Laufe der Jahre einige Erfolge nachweisen:
VZAP-Distanzchampionat
(das es bis 2004 gab)
2000: 15. Platz / 2001: 14. Platz / 2003: 2. Platz / 2004: 6. Platz
VZAP-Distanzstatistik
(seit meiner Mitgliedschaft 2005)
2005: 2. Platz / 2006: 12. Platz / 2007: 5. Platz / 2008: Ergebnisse
kommen erst im Januar des Folgejahres.
ZSAA Distanzchampionat
(wurde 2006 eingestellt)
2002: 28. Platz / 2003: 4. Platz / 2004: 7. Platz / 2005: 2. Platz
Langstreckenpreis
(voraussetzung zur Teilnahme sind mind. 1000 km auf Langstreckenritten
bzw. mind. 3 Jahre in Folge erfolgreiche Teilnahme an Langstreckenritten
und im Jahr der Teilnahme mind. 3 Langstrecken bzw. Mehrtagesritte bei
denen mind. eine Tagesetappe über 60 km lang ist)
2003: 2. Platz / 2004: 11. Platz / 2005: 4. Platz / 2006: 9. Platz /
2007: 7. Platz / 2008: 9. Platz
VDD-Distanz-Championat
(gewertet werden Langstreckenritte und ab 400 km Jahresleistung auch
mittlere und kurze Distanzen)
2003: 2. Platz / 2004: 6. Platz / 2005: 5. Platz / 2006: 16. Platz /
2007: 5. Platz / 2008: 6. Platz
Im Norddeutschen-Championat, das alle Ritte ab 50 km Streckenlänge in HH, S-H, NS, MV, HB, Wes.-Ems umfasst, war Fassetta auch immer unter den ersten 20 Plaziert (ausgewertet werden hier jedes Jahr über 400 Reiter/Pferde Paare): 2000: 15. Platz / 2001: 6. Platz / 2002: 12. Platz / 2003: 4. Platz / 2004: 6. Platz / 2005: 16. Platz / 2007: 2. Platz / 2008: 9. Platz
Noch beeindruckender ist aber ihre Lebens-km-Leistung - 7.320 km bis 2008. Das heisst, dass sie in den vergangenen 10 Jahren durchschnittlich über 700 km pro Jahr im Wettkampf gelaufen ist ! Sie ist keine Saison ausgefallen und 2003 und 2008 jeweils sogar über 1000 km in einem Jahr gelaufen.
Im VDD werden Aufzeichnungen geführt - leider nicht automatisch, sondern nur, wenn die Reiter die km ihrer Pferde einreichen. Aber aus den Statistiken, die es seit den 80er Jahren gibt, finden sich keine 10 Pferde, die über 7000 km gelaufen sind, bisher nur ein Pferd mit über 8000 km und eins (die bekannte Tersker Stute Czyppa, die 33jährig verstorben ist) mit über 15.000 km.
Genau hier komme ich in einen Zwiespalt, denn große Ausdauer und Härte hat Fassetta bewiesen - und da stellt sich natürlich die Frage, sie für die Zucht zu nutzen. Als "Freizeitreiter" und "Einsteller" natürlich eine sehr viel aufwendigere Überlegung, als bei jemandem, der bereits Erfahrungen in der Zucht hat und seine Pferde privat am Haus hält. Und solange sie so gut läuft, möchte ich auch gern reiten - und nicht knapp 2 Jahre aussetzen.
Für das nächste Jahr hoffe ich auf deutlich mehr Bewerber für den Nordcup. Ich selbst habe nur zufällig durch die Einladung zur Mitgliederversammlung davon gelesen - auf der Hompage konnte ich nichts finden. Vielleicht sollte hier noch etwas mehr Werbung gemacht werden. Ich werde jedenfalls gern alle mir bekannten Distanzreiter mit arabischen Pferden ansprechen und fragen, ob sie Mitglied im VZAP sind und den Nordcup schon kennen.
Silke Muyschel-Engel